Love Letter to my Friends

Freundschaft. 
Es ist das, was für viele von uns eines der wichtigsten Dinge im Leben ist: Eine Schulter zum Anlehnen, ein Retter in der Not, ein offenes Ohr, ein persönlicher Hobby-Psychologe. Das alles vereint in einer Person.
Aber wissen wir wirklich, wer unsere wahren Freunde sind? Und wie viele Freunde braucht man eigentlich?

Es gab schon immer verschiedene Arten von Menschen, wenn es um Freundschaften geht. Einige von uns können gar nicht genug Freunde haben, während sich andere mit einer Hand voll begnügen. Ich persönlich zähle mich zu letzterer Gruppe.

Mein ganzes Leben lang hatte ich nie richtig viele Freunde. Mir war es immer schon wichtiger, mich auf meine paar wenigen Freunde verlassen zu können und zu wissen, woran ich bei ihnen bin, als jeden Tag eine neue beste Freundin zu haben und am Ende doch wieder alleine dazustehen.
Ich hatte, als ich aufwuchs, nie ein ernsthaftes Beliebtheitsproblem. Ich war zwar aus vielen Gründen generell eine sehr polarisierende Persönlichkeit – das bin ich wahrscheinlich immer noch – aber es fanden sich doch immer wieder genug Leute, die mit mit befreundet sein wollten. Ich aber meistens nicht mit ihnen.
Schon als kleines Kind habe ich meine Freunde selektiert, wie Aschenputtel seine Erbsen: Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen.
Das Resultat aus meiner pingeligen Auswahl sind Freundschaften, die mittlerweile seit vielen Jahren halten.

Bei Freundschaften ist es mir persönlich nie darum gegangen, sich so oft wie möglich zu sehen. Ich habe sowieso nie verstanden, wie andere Leute die Zeit dafür aufbringen, 30 verschiedene Personen in ihrem Freundeskreis zu haben und auch noch mit allen regelmäßigen Kontakt zu halten.
Meine beste Freundin und ich sehen uns oft  – ohne zu übertreiben – Monate lang nicht. Und wir wohnen nur gute fünf Minuten von einander entfernt. Trotzdem hält unsere Freundschaft mittlerweile seit ziemlich genau 18 Jahren.
18 Jahre, in denen wir uns nur ein einziges Mal gestritten haben. Und selbst dieser Streit war so schnell wieder vorbei, dass ich mich nicht einmal mehr daran erinnern kann, worum es überhaupt ging.

Das schönste an einer Freundschaft ist es doch, wenn man sich eine wirklich lange Zeit nicht sieht und beim lang ersehnten Wiedersehen merkt, dass alles immer noch so ist wie vorher.
Auf genau diese Probe musste ich alle meine Freundschaften vor zwei Jahren stellen, als ich ein Jahr im Ausland verbracht habe. Ein Jahr ohne Face-to-Face Kontakt kann ganz schön hart sein. Vor allem in Situationen, in denen man genau diese Art von Kontakt wirklich brauchen könnte.
Ich würde sagen, dass dieses Jahr, das ich ohne meine Freunde verbracht habe, mir gezeigt hat, wem unsere Freundschaft wirklich am Herzen liegt und wem nicht. Das Ding ist: Ich wurde nicht überrascht.

Insgeheim wissen wir doch alle, wer die Guten unter den Menschen in unserem Leben sind. Manchmal ist es nur einfach schwer die loszulassen, die Gift für uns sind.

Wie viele Personen ich insgesamt als meine Freunde bezeichnen würde, ist schwierig zu sagen. Es gibt ja immer diese Grauzone zwischen Bekanntschaft und Freundschaft. Mein engster Freundeskreis setzt sich aber schon seit längerer Zeit aus sechs Personen zusammen.
Die meisten dieser Freundschaften bestehen schon mindesten acht Jahre. Zwei davon hingegen erst seit weitaus kürzerer Zeit, was verrückt ist, weil es mir so vorkommt, als wäre es immer schon so gewesen.

Meine Freunde sind für mich nicht einfach nur Freunde. Sie sind meine erweiterte Familie. Menschen, auf die ich mich einfach in allen Lebenslagen verlassen kann und von denen ich weiß, dass sie ganz bestimmt auf meiner Beerdigung weinen würden – Really sad to think about, but still true.
Ohne diese Leute wäre ich schon in vielen Phasen meines Lebens bitter gescheitert und ich bin so dankbar, dass ich in der glücklichen Lage bin, Menschen zu kennen, denen es nicht egal ist, wie es mir geht.

Meine Sparkling Six,
danke für alles, was ihr tut. Ich weiß nicht, wo ich wäre, wenn ich euch nicht hätte und wo ich hingehen würde, wenn ich nicht wüsste, dass ihr mich auf meinem Weg immer begleitet. Ich hab‘ euch so viel zu verdanken und müsste ich meine Dankbarkeit in Worte fassen, dann würde mir das wahrscheinlich nur mäßig gelingen.
Klar – Jeder denkt von seinen Freunden, dass sie die Besten sind. Und das ist auch gut so! Aber ihr seid anders. Jeder einzelne von euch.
Ihr seid so viel mehr als nur meine Freunde. Ihr gehört zu mir, so als wärt ihr schon immer da gewesen. Keiner von euch ist weniger besonders, als der andere. Ihr seid die besten Zuhörer, die großartigsten Ratschlaggeber, die verrücktesten Persönlichkeiten und – was ich am allermeisten schätze – ihr mögt mich genau so, wie ich bin.
Ich weiß, dass es mit mir nicht immer leicht ist. Aber das hat noch keinen von euch jemals aufgehalten für mich da zu sein und mir klarzumachen, dass ich mich immer auf euch verlassen kann. Jeder von euch ist ein Stück dafür verantwortlich, dass ich zu der Person geworden bin, die ich jetzt eben bin. Und ich glaube, dass das die beste Version von mir selbst ist, die ich momentan sein kann.
Danke für alles, ihr seid unbezahlbar!

K. – A. – S. – H. – T. & B.  —  You know who you are <3

Bis zum nächsten Mal und ein Hoch auf Freundschaften,

Hannah.

2 Comments

  1. Lentia Calling by Julia

    Unglaublich schöne Worte, unglaublich! Dieser Post hat mich wirklich berührt, und mich dazu angeregt, über mein Freundschaftsverhalten nachzudenken – ich kann dir dabei zustimmen, denn ich war auch immer die Person, die sich mit vielen verstanden hat, aber nur wenige richtige Freund hatte – und das ist auch gut so.

    Ich wünsche dir noch einen wunderschönen Sonntag!

    Alles Liebe,
    Julia
    http://lentiacalling.wordpress.com/

    1. hannahivanka

      Liebe Julia, danke für deine lieben Worte! Freut mich, dass ich dich zum Nachdenken anregen konnte 🙂

      Schöne restliche Woche und alles Liebe,
      Hannah

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